Umplanungen bei Brückensanierung

Bereits im Mai des vergangenen Jahres hat die Verwaltung mitgeteilt, dass nach Entfernung des Korrosionsschutzes an dem Teilbauwerk Strombrücke diverse Schäden (Risse in Stahlprofilen, Schäden und Abweichungen an Nieten und Schweißnähten) sichtbar wurden.
Trotz umfangreicher Voruntersuchungen ist mittlerweile ersichtlich, dass sich auch die Strombrücke in einem schlechteren Bauwerkszustand befindet als angenommen. Aufgrund des vorgefundenen Bauwerkszustandes der Strombrücke lassen sich vertraglich vorgesehene Arbeiten nicht wie geplant umsetzen. Stattdessen erfolgt die Ausführung wie im Folgenden beschrieben.
Austausch Fahrbahndeckbleche im KVB-Bereich
Die KVB-Sperrpause im April 2020 konnte erfolgreich dazu genutzt werden, um im Bereich der Strombrücke Entschichtungsarbeiten und eine Prüfung tragender Konstruktionselemente, beispielsweise Bleche und Nieten, vorzunehmen. Basierend auf diesen Erkenntnissen, wie erheblichen Korrosionsschäden der Deckbleche und einer in der Funktionalität erheblich eingeschränkten Bauwerksentwässerung im Bereich der Schienenauflagerungen, muss die Sanierung nach gutachterlicher Prüfung auf eine geänderte technische Ausführung umgestellt werden.
Die Schweißnähte im Bestand wären bei einer kleinteiligen Sanierung vollumfänglich zu überarbeiten. Diese Sanierung stellt sich nach Überprüfung des Bauwerkszustandes als erheblich aufwändiger dar als geplant und wäre im vorgesehenen Zeitraum nicht umsetzbar.
Eine gesamtheitliche Bewertung der Bestandssituation aus der KVB-Sperrpause führte dazu, dass der Austausch der vorhandenen und der Einbau einer neuen orthotropen Platte als Teil des Brückenüberbaus eine sinnvolle und wirtschaftliche Lösung zur Beseitigung der Schäden im Bestand darstellt.
Verstärkung des Überbaus (Querträger)
Auf Grundlage des Hauptauftrages sollen die vorhandenen Querträger der Strombrücke durch den Einbau von Stegsteifen und Spiralseilen verstärkt werden. Die Befestigung der Verstärkungen am Bestand soll gemäß des Hauptvertrages durch Schweißverbindungen am Hauptträger erfolgen.
Bei der Durchführung der vorbereitenden Arbeiten zur Montage der Verstärkung traten Risse und Ungänzen in der Bestandskonstruktion auf, welche einer erneuten Nacharbeit bedürfen. Diese wiederholten Schweißarbeiten schädigen das Stahlgefüge und verursachen weitere Fehlstellen.
Aus diesem Grund wurde, nach gutachterlicher Stellungnahme zum Zustand des Hauptträgers, empfohlen, den Hauptträger nicht wie geplant für die Montage der Verstärkungskonstruktion zu nutzen, sondern diese getrennt vom Hauptträger einzubauen. Die Verstärkungskonstruktion in Querrichtung wird dabei weiter zur Bauwerksmitte verschoben. Somit sind die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Hauptträger nicht mehr notwendig.
Durch diese genannten erforderlichen Veränderungen zur Sanierung der Strombrücke verändern sich die Bauabläufe. Die Auswirkungen auf den Gesamtbauablauf werden aktuell geprüft, mit dem Ziel eine Verkehrsfreigabe der Mülheimer Brücke Ende 2025 zu erreichen.
Ablauf der Abbrucharbeiten Deichbrücke Süd
Für den Abbruch ist bereits vorab entlang der Südseite der Gleise der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ein Schutzzaun als Absturzsicherung aufgebaut worden. Darüber hinaus wurde eine Abstützungskonstruktion errichtet, welche den verbleibenden Überbau der KBV-Stadtbahnanlage und für den Kfz-Verkehr auf der Nordseite nach dem Abbruch des südlichen Überbaus unterstützen soll. Zuvor müssen im betroffenen Bereich, auf einer Fläche von etwa 1.400 Quadratmetern, alle Lasten vom abzubrechenden Teil abgetragen werden. Hierbei handelt es sich unter anderem um alle Aufbauten, die einzelnen Belagsschichten sowie die Kragarmbereiche (Geh- und Radweg).
Nach dieser sogenannten Leichterung verbleibt von dem ursprünglichen Überbau lediglich ein Stahlskelett, bestehend aus verschiedenen Längs- und Querträgern, welche orthogonal zueinander angeordnet sind. Der Rückbau des Stahlskeletts erfolgt segmentweise und umfasst eine Gesamttonnage von circa 450 Tonnen. Durch rund 100 Trennschnitte werden die einzelnen Träger mittels Brennschneiden vom verbleibenden Überbau getrennt. Die abgetrennten Stahlteile werden mit einem 500-Tonnen-Autokran sowie zwei Baggern ausgehoben. Die vorgenannten Arbeiten werden im Zeitraum von Freitag, 9. April, bis Sonntag, 11. April 2021, rund um die Uhr von zwei Arbeitskolonen ausgeführt. In den darauf folgenden Wochen werden sukzessive die bestehenden Stahlbetonunterbauten, Widerlager sowie Pfeilerscheiben zurückgebaut.
Quelle: Stadt Köln

 
19. Mai 2024

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