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Wert des menschlichen Miteinanders
Eingestellt am Sonntag, 10. Juni 2012
Von Hubert Brand

Die Mülheimer Gottestracht stand 2012 unter dem Thema "Seht, das Zelt Gottes unter den Menschen (aus Offenbarung 21,3)". Die Prozession teilte sich in drei Teile: Eucharistiefeier, Land- und Schiffsprozession.
Die katholische Pfarrgemeinde „St. Clemens und Mauritius“ konnte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Gäste begrüßen. So waren Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs mit Gattin und Bürgermeister Hans-Werner Bartsch aus der Politik sowie die Indische, Ghanaische und die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde gekommen. Außerdem der Gottestracht eng verbunden ist die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. Rund fünfzig Kommunionkinder gehörten zu den Teilnehmern. In den Straßen von Alt-Mülheim und am Rheinufer verfolgten Tausende Schaulustige das Spektakel.
Zu Beginn der Eucharistiefeier in der Liebfrauenkirche hoffte Pfarrer Stefan Wagner, dass die Gottestracht einigermaßen trocken bleiben würde. Die Fronleichnamsprozession sei ein besonderes Ereignis für die Pfarrgemeinde. Zuvor hatten die bolivianischen Musiker von „Los Masis“ die Feierlichkeiten begonnen. Daneben sorgte auch der Chor der Ghanaischen Gemeinde für musikalische Höhepunkte. „Das setzt Maßstäbe“, befand dann auch der für die Gottestracht verantwortliche Pfarrer Christian Weinhag. Er hatte auch das Thema „Zelten“ in das Pastoralteam getragen. In seiner Predigt fragte Pfarrer Wagner: „Was hat das Zelt mit der Gottestracht zu tun?“ Er erinnerte an Stuttgart21 oder an die Occupy-Bewegung, hier gäben die Zelte den Menschen Schutz vor Regen und Wind. „Es geht um den Wert des menschlichen Miteinanders“, so Wagner und fügte leise hinzu: „Kennen Sie noch „Arsch Huh, Zäng ussenander“, die Aktion gegen Rassismus?“ Zudem würden Demonstrationen oft mit Prozessionen verglichen. Monatelang habe sich die Gemeinde mit dem Thema „Bibel im Zelt“ beschäftigt. Was wäre die Gottestracht für ein Spektakel, wenn sie nicht von einer Gemeinde getragen würde, so Wagner.
Nach der Eucharistiefeier führte die Landprozession zum Norbert-Burger-Seniorenzentrum (ASB). Die Monstranz mit der geweihten Hostie wurde von Pfarrer Wagner bis hier getragen. Die Hostie ist nach katholischem Verständnis der Leib Christi. Am ASB-Haus dankte Pfarrer Weinhag all denen, die in der Pflege tätig sind. Beim Totengedenken gedachte er insbesondere des kürzlich verstorbenen Alt-OBs Norbert Burger.
Pater Ignatious Chalissery CMI hatte nun die Ehre, das Allerheiligste über die Mülheimer Freiheit und die Peter-Müller-Straße zum Prozessionsschiff zu tragen. Zum zweiten Mal kam nun die RheinFantasie nach der Premiere im Jahr 2011 zum Einsatz.
Das Schiff fuhr in der Begleitung von rund 30 Booten und Schiffen zunächst Richtung Süden bis zur Zoobrücke. Ab hier wurde das Schiff der Strömung überlassen und stoppte gegen 12 Uhr auf Höhe der Clemenskirche. Hier erteilte Pfarrvikar Pater Astery Mushi AJ den Segen über Strom und Land. Das Schiff bewegte sich nun bis zur Stadtgrenze nach Leverkusen. Nach dem Anlegen unterhalb des Kohlplatzes endete auch diesmal die Mülheimer Gottestracht in der Clemenskirche.
In den vergangenen Jahren ist die Prozession interkultureller geworden. Aber bedenklich: Galt früher die Gottestracht als Gegenstück zur Domprozession als zentrale Prozession für die rechtsrheinischen Gemeinden, so feierte zum Beispiel der Katholische Kirchengemeindeverband Dellbrück/Holweide ihre eigene Fronleichnamsprozession.

Montag
25. September 2017



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